Fleißarbeit

Eines der schönsten Aspekte des Spinnens sind die vielen verschiedenen Fasern und ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber ich möchte möglichst viele von ihnen testen. Als einer meiner liebsten Faser-Händler Soay im Angebot hatte, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Die Arbeit, die damit auf mich zukommen würde, war jedoch etwas überraschend.

Doch was ist das Soayschaf? Diese Schafrasse gehört zu den nordischen Kurzschwanzschafen und ist damit beispielsweise mit den Skudden, Heidschnucken, Islandschafen und Spaelsau verwand. Dementsprechend besteht das Wollvlies wie bei den anderen Rassen aus langen Deckhaaren und kurzen Wollhaaren. Allerdings sind die Haare insgesamt kürzer als bei den anderen Rassen. Warum? Weil diese Schafe ihre Wolle von allein verlieren und nicht geschoren werden müssen. Ein weiterer großer Unterschied sind die Grannenhaare, die sehr zahlreich enthalten sind.

Da ich die Wolle schon gern spinnen und nutzen möchte, mussten die Grannen raus. Und weil das wirklich viele Grannen waren, ging das nur per Hand. Also saß ich an mehreren Abend (wieviele Stunden es genau waren, kann ich nicht sagen) vor dem Fernseher und habe Locke für Locke von den Grannen befreit. Mit cs. 50% ist der Verlust recht hoch, allerdings kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Die Wolle ist nach dem Aussortieren angenehm weich. Meiner Meinung nach also eine Arbeit die sich mehr als lohnt.

Die Wolle muss nur noch kardiert werden und kann dann endlich gesponnen werden.

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